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Die Päpste im 'Vorhof der Völker':
Die Kultur- und Kommunikationsgeschichte der Päpste


Forschungsschwerpunkt
Religion & Medien    

Projektverbund
"Die Päpste im 'Vorhof der Völker': Die Kultur- und Kommunikationsgeschichte der Päpste im 20. und 21. Jahrhundert"


Über elf Millionen Menschen auf der ganzen Welt folgen Papst Franziskus heutzutage auf dem Kurznachrichtendienst "Twitter"; die Worte und Gesten des römischen Oberhirten zählen zu den Top-Nachrichten. Binnen Sekunden rasen sie um den Globus, verbreiten sich nicht nur über die klassischen Print- und Fernsehmedien, sondern auch über das Internet. Die Botschaften des Papstes erreichen nicht nur Katholiken und Christgläubige, sondern auch Anhänger anderer Religionen oder dem Glauben fernstehende Menschen rund um den Erdball.

Im Laufe des 20. und des beginnenden 21. Jahrhunderts, in der entwickelten globalen Mediengesellschaft, avancierte das Papsttum selbst zu einem einzigartigen Medium. Diese Entwicklung birgt ungeahnte und entgrenzte Chancen und Unwägbarkeiten für die Vermitt­lung der päpstlichen Botschaften, auch und gerade bei Nichtchristen – strukturell und keines­wegs nur dann, wenn, wie im Falle von Papst Franziskus, das Charisma des Amtes und das persönliche Charisma im Sinne des Soziologen Max Weber in eins fallen.

Die römischen Päpste sind mit der Entfaltung der Massen- und Mediengesellschaft während der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts im sozialpsychologischen und im kommunikationstheoretischen Sinne selbst zu Medien avanciert: In ihren Botschaften, vor allem aber in ihren Gesichtern, in ihren Gesten und ihrem Gestus, in ihrem Habit und ihrem Habitus spiegeln sich Ängste und Hoffnungen, Erwartungen und Erfahrungen ganzer Gesell­schaften, sozialer Gruppen und Generationen. Um die Überkomplexität unserer modernen Massengesellschaft zu reduzieren, suchen Gläubige ebenso wie dem Glauben Fernstehende das Antlitz und die Ansprache des Papstes als die einer globalen Vaterfigur – schon deshalb, weil Personalisierung zu den wirkmächtigsten Strategien der modernen Mediengesellschaft gehört. Beides eröffnet den Päpsten wirkmächtige Arenen und außerordentliche Potentiale der Kommunikation.

Unser Konsortium erforscht die außerordentlichen kommunikativen Möglichkeiten, aber auch Herausforderungen des Papsttums unter den Auspizien der modernen Medien­gesell­schaft.    

 

Kooperationspartner:  

Im Konsortium arbeiten Geschichts- und Kommunikationswissenschaftler sowie Theologen und Informatiker zusammen.

  • Koordinator: Prof. Dr. Rainer Gries, Franz Vranitzky Chair for European Studies
  • Prof. Dr. Silke Satjukow, Institut für Geschichte, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
  • Prof. Dr. Andreas Nürnberger, Data & Knowledge Engineering, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
  • Prof. Dr. Klaus Schönbach, Associate Dean for Research und Professor an der Northwestern University in Doha/Katar  
  • Dr. Gerulf Hirt, Historiker, Friedrich-Schiller-Universität Jena

Der Päpstliche Rat für die Sozialen Kommunikationsmittel ist Kooperationspartner dieses Forschungsprogrammes.


Habilitanden im Projektverbund:

 

 

Univ.-Ass. Dr. Roland Cerny-Werner, Historiker und Theologe, Paris Lodron Universität Salzburg

 

 

Dr. David Schmiedel, Historiker und Religionswissenschaftler, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg


Franz Vranitzky Chair for European Studies

Univ.-Prof. Dr. Rainer Gries
Althanstraße 14 (UZA II)
1090 Wien

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